Andreas Scholl | Biografie

Biografie

Andreas Scholl Wanderer
»Ätherisch und doch voller Emotion ist Scholls Stimme ideal für Purcell . . . äußerst sensibel für die poetische Sprache . . .«

BBC Music Magazine (London), Januar 2011 (Rezension der CD O Solitude)

»Andreas Scholl hat die kultivierteste Countertenor-Stimme der Welt. Und während seiner drei Händel-Arien wagten die etwa 6 000 Zuhörer kaum zu atmen.«

Richard Morrison in der Times (2005, Rezension der »Last Night of the Proms«)

Andreas Scholl wurde in Eltville im Rheingau geboren. Beide Eltern waren Sänger, und er erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Kiedricher Chorbuben. Später studierte er bei Richard Levitt und René Jacobs an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis. 1999 erhielt er den Echo-Preis und den Prix de l’Union de la Presse Musicale Belge (»Nachwuchssänger des Jahres«), 1996 den Baroque Vocal Prize bei den Gramophone Awards und 2002 den Edison-Preis in der Kategorie Mittelalter/Renaissance für seine Aufnahme von A Musicall Banquet.

1988 Singt in Bachs Weihnachtsoratorium in Rüdesheim

1991 Bachs Johannespassion unter Philippe Herreweghe in Antwerpen; deutsche Lieder des Barock bei der Schubertiade in Schwarzenberg

1992 Bachkantaten in der Queen Elizabeth Hall in London

1993 Bachs Johannespassion in Paris

1994 Oratorien von Bach in Antwerpen (mit Herreweghe), Mailand und bei den BBC Proms; Händel in Monte Carlo (mit Biondi) und bei den Festspielen in Beaune; Monteverdi-Vesper unter René Jacobs in Tokio

1995 Bachs h-moll-Messe unter Jacobs; Purcell auf Frankreich-Tournee

1996 Bach in Luzern, bei den BBC Proms (Herreweghe), in Baltimore (van Veldhoven) und Berlin (Akademie für Alte Musik); Händel und Bach bei den BBC Proms (Jacobs)

1998 Operndebüt in Händels Rodelinda (Christie) bei den Festspielen in Glyndebourne; Händels Solomon bei den BBC Proms; Bachs Matthäuspassion in Mailand und Antwerpen; Recitals in der Wigmore Hall und beim Brighton Festival

1999 Veröffentlichung: Händels Solomon mit Paul McCreesh und Gabrieli Consort & Players (Deutsche Grammophon); zudem erste Veröffentlichungen unter seinem neuen Vertrag mit Decca: Heroes mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment unter Norrington und Pergolesis Stabat Mater mit Les Talens Lyriques unter Rousset

2000 Zu den Höhepunkten des Jahres gehören Konzertreisen in ganz Europa mit dem Programm von Heroes; Bachs h-moll-Messe in Deutschland und auf Japan-Tournee; Johannespassion in den USA (Herreweghe). Veröffentlichungen: Vivaldi mit dem Australian Brandenburg Orchestra unter Paul Dyer; Robert Dowlands A Musicall Banquet (Edison-Preis 2002)

2001 Mit dem Programm von A Musicall Banquet und Wayfaring Stranger auf Tournee in Europa und den USA; Händels Saul (Jacobs) in Brüssel; Solomon (McCreesh) in Paris, Luzern und Köln. Auftritte bei der Schubertiade in Schwarzenberg, den BBC Proms sowie den Festspielen in Beaune, Ravinia und Tanglewood. Veröffentlichung: Wayfaring Stranger, Volkslieder mit Edin Karamazov und dem Orpheus Chamber Orchestra

2002 Besondere Höhepunkte des Jahres sind die Händel-Aufführungen: die Titelrolle in Giulio Cesare (Mortensen) an der Königlichen Oper in Kopenhagen und beim Festival in Bergen; Rodelinda (Christie) am Pariser Théâtre du Châtelet; Saul (McCreesh) in ganz Europa

2003 Australien-Tournee (Dyer); Auftritte mit dem Boston Symphony Orchestra (Koop-man) und dem Kammerorchester Basel (Ottavio Dantone) sowie in der Carnegie Hall mit dem Orchestra of St. Luke’s (Koopman); Recitals mit englischen Lautenliedern in London und Köln. Veröffentlichung: Arcadia mit der Accademia Bizantina unter Dantone

2004 Europatournee mit dem Programm von Arcadia (Dantone); Messiah in Los Angeles (Labadie); Auftritte bei den Händel-Festspielen Göttingen, Festivals in Stockholm, Bath und Beaune sowie bei der Schubertiade in Schwarzenberg und beim Trigonale Festival der Alten Musik. Händels Saul (Gabrieli Consort/McCreesh) erscheint bei Deutsche Grammophon

2005 Giulio Cesare in Kopenhagen; »The Renaissance Muse« in New York und London; Europatournee mit Senesino-Arien (Dantone); Auftritte bei der Schubertiade in Schwarzenberg, bei den Festspielen in Aldeburgh und Beaune, dem Trigonale Festival und der »Last Night of the Proms«. Veröffentlichung: Arias for Senesino mit der Accademia Bizantina unter Dantone (Classical Brit Awards 2006, »Sänger des Jahres«)

2006 Händels Rodelinda an der Met in New York; Giulio Cesare (Rousset) in Paris, Rom und Madrid; Dowland-Recital auf Australien-Tournee (mit dem Lautenisten Crawford Young)

2007 Europatournee mit dem Programm »Crystal Tears« (englische Consort-Lieder); Messiah (Berliner Philharmoniker/Christie) in der Berliner Philharmonie; Pergolesis Stabat Mater in Wien und Salzburg; Händel in Dublin, Belfast und Portugal; Vivaldi and Händel in Israel; Geburtstagskonzert für William Lyne in der Wigmore Hall; Auftritte bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh, Santander und Beaune

2008 Handels Partenope (Mortensen) in Kopenhagen; Giulio Cesare (Dantone) in Lau¬sanne; Senesino-Konzerte bei den Festspielen in Salzburg und Dresden (Dantone) sowie in Sydney (Dyer); »Portrait of a Baroque Countertenor« (Orchestra of the Age of Enlightenment, mit James Bowman) in ganz Europa; Messiah (Koopman) in New York

2009 Europatournee mit dem Programm »Oswald von Wolkenstein«; USA-Tournee mit dem Australian Chamber Orchestra (Händel-Arien); Europatournee mit dem Kammer-orchester Basel (Vivaldi); Konzerte mit der Bostoner Handel and Haydn Society sowie mit Les Violons du Roi/Labadie in Québec und Montréal; mit dem Ensemble Instrumental Colombiano in Bogotá. Veröffentlichungen: The Lute Is a Song mit Edin Karamazov; Händels Partenope aus der Königlichen Oper in Kopenhagen auf DVD

2010 Giulio Cesare (Christie, mit Cecilia Bartoli) in Paris; Johannespassion in München (Koopman) und in der Leipziger Thomaskirche; das Programm »Oswald von Wolkenstein« im Londoner Barbican Centre, in Liverpool und Zürich; Purcell mit Philippe Jaroussky und dem Ensemble Artaserse in London, Paris und Brüssel sowie mit der Accademia Bizantina bei den Festspielen in Beaune; Händel mit dem Stuttgarter Kammerorchester und der Akademie für Alte Musik Berlin; Mozart und Gluck mit dem Freiburger Barockorchester unter Jacobs in Salzburg; Recitals mit dem Lautenisten Edin Karamazov in China und mit der Pianistin/Cembalistin Tamar Halperin auf Asientournee, in Istanbul und bei der Schubertiade in Schwarzenberg. Veröffentlichung bei Decca: O Solitude, ein Soloalbum mit Werken von Purcell mit der Accademia Bizantina

2011 Händels Rodelinda an der Met; Bachs h-moll-Messe unter René Jacobs in Leipzig und Zürich; Purcell-Konzerte mit der Accademia Bizantina in Birmingham, Manchester, München, Köln, Hannover, Berlin, Wien und Ljubljana sowie mit The English Concert und Harry Bicket in den USA; im März Tournee durch Australien und Neuseeland; italienische Barockkantaten in Israel mit den Tel Aviv Soloists; Recitals mit der Pianistin/Cembalistin Tamar Halperin in Barcelona, in der Londoner Wigmore Hall sowie bei den Festspielen in Bergen und im Rheingau

2012 Konzerte mit dem »Wolkenstein«-Programm in den Niederlanden und Belgien mit dem Ensemble Shield of Harmony; Bachkantaten in London, Birmingham, Amster-dam und Lissabon mit dem Kammerorchester Basel; Bachs Johannespassion auf Europatournee mit Le Concert Lorrain und Christoph Prégardien sowie Giulio Cesare mit Cecilia Bartoli und Il Giardino Armonico bei den Salzburger Oster- und Sommerfest¬spielen. Decca-Veröffentlichungen auf CD: Bachkantaten Nr. 82 und 169 mit dem Kammer¬orchester Basel sowie Wanderer, ein Recital-Album mit Liedern von Mozart, Haydn, Schubert und Brahms, begleitet von der Pianistin Tamar Halperin (Tournee mit diesem Programm in Europa und den USA); und auf DVD/Blu-ray: Händels Rodelinda mit Renée Fleming aus der Met

2013 Geplant sind Bachs Matthäuspassion mit Stephen Cleobury und dem King’s College Choir, Bachkantaten in Wien mit Nikolaus Harnoncourt, Pergolesis Stabat mater in Luzern mit der Sopranistin Elisabeth Scholl und La Scintilla sowie weitere Recitals mit der Pianistin Tamar Halperin in ganz Europa

7/2012
Mehr von Andreas Scholl