Luciano Pavarotti | Biografie

Biografie

Luciano Pavarotti
Der Name Luciano Pavarotti war während des größten Teils seiner außerordentlichen
Karriere in aller Welt ein Begriff, und ist es bis heute. Die Wirkung des großen Tenors auf
die Welt ist enorm. Seine erregende Stimme und seine einmalige Persönlichkeit, die den
Horizont der klassischen Musik erweitert und seiner Kunst zahllose neue Fans gebracht
haben, berühren weiterhin zahllose Menschen in aller Welt.

Mehr als 40 Jahre war Luciano Pavarotti ein Exklusivkünstler der Decca: er bleibt der
populärste Klassikkünstler in der Schallplattengeschichte.

Der 1935 in Modena, Italien geborene Luciano Pavarotti sammelte erste musikalische
Erfahrungen im Chor seiner Heimatstadt, in dem sein Vater Fernando ebenfalls Mitglied war.
Der Teenager Pavarotti und sein Vater reisten mit dem Chor nach Wales und gewannen den
ersten Preis im internationalen Gesangswettbewerb von Llangollen. Diese Erfahrung
entfachte den musikalischen Ehrgeiz des jungen Pavarotti für ein Leben als Tenor. Er
machte zunächst eine Ausbildung als Lehrer, gewann dann aber 1961, nachdem er zuerst
bei Arrigo Pola und danach bei Ettore Campogalliani studiert hatte, den renommierten
Concorso Internazionale und hatte im gleichen Jahr sein Operndebüt als Rodolfo in La
Bohème am Teatro Reggio Emilia. Pavarotti beeindruckte die italienische Opernszene sofort
und erhielt Engagements an Opernhäusern in ganz Italien. In sehr kurzer Zeit war er
international gefragt und debütierte außerhalb Italiens in Belgrad in La Traviata.

Zu Pavarottis Kollegen gehörten die berühmtesten Opernstars: Montserrat Caballé, Piero
Cappuccilli, José Carreras, Fiorenza Cossotto, Plácido Domingo, Mirella Freni, Kiri Te
Kanawa, Aprile Millo, Robert Merrill, Sherrill Milnes, Leontyne Price, Leonie Rysanek, Renata
Scotto, Dame Joan Sutherland, Carol Vaness und Shirley Verrett, um nur einige zu nennen.
Er arbeitete mit Dirigenten wie Tullio Serafin (der 1962 Pavarottis erste Aufführungen von
Rigoletto 1962 in Palermo dirigiert hat), Claudio Abbado, Leonard Bernstein, Richard
Bonynge, Riccardo Chailly, Carlos Kleiber, Lamberto Gardelli, Carlo Maria Giulini, Herbert von
Karajan, James Levine, Lorin Maazel, Leone Magiera, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Eugene
Ormandy, Seiji Ozawa und Sir Georg Solti. Zu den wichtigsten Opernhäusern, an denen
Luciano Pavarotti in seiner Karriere aufgetreten ist, gehören die Metropolitan Opera (New
York), Bastille (Paris), Deutsche Oper (Berlin), La Fenice (Venedig), Palais Garnier (Paris),
Glyndebourne, Royal Opera House Covent Garden (London), San Carlo (Neapel), La Scala
(Mailand), Staatsoper (Wien), Teatro Colón (Buenos Aires) sowie die Opernhäuser in
Barcelona, Chicago, Florenz, Hamburg, Madrid, Miami, Monte Carlo, Philadelphia, Rom,
Salzburg, San Francisco, Sydney, Turin und Zürich.

Luciano Pavarotti ist in Konzertsälen, Arenen und Stadien überall in Nord- und Südamerika,
in Asien, Australien, Europa, im Nahen Osten und Südafrika aufgetreten. Zu den wichtigen
internationalen Konzertsälen kamen noch der New Yorker Madison Square Garden, das
Londoner Wembley Stadium, die Olympia-Stadien in Berlin und Barcelona, die Hollywood
Bowl und das Römische Amphitheater in Orange, Frankreich. Im Londoner Hyde Park
konnten auch sintflutartige Regenfälle die gute Laune des entzückten Publikums von über
150.000 Menschen, unter ihnen Prinz Charles und Prinzessin Diana sowie Premierminister
John Major, nicht trüben (1991). Im Juni 1993 trat Pavarotti vor mehr als einer halben
Million Menschen im New Yorker Central Park auf, während weitere Millionen das im
Fernsehen in aller Welt übertragene Konzert sahen. Pavarottis Konzert am Eiffelturm in Paris
zog mehr als 300.000 Menschen an. Mit seinen Freunden José Carreras und Plácido
Domingo trat er in den Konzerten der Drei Tenöre in aller Welt auf.

Pavarotti wird für immer mit den zentralen Tenorrollen aus den folgenden Opern identifiziert
werden: Aida, Ballo in Maschera, La Bohème, L’Elisir d’Amore, La Fille du Régiment, La
Traviata, Madama Butterfly, Manon Lescaut, I Pagliacci, Rigoletto, Tosca, Il Trovatore und
Turandot. Seine Aufnehmen sind permanente Bestseller; zu seinen Operneinspielungen
gehören Aida, La Bohème, Cavalleria Rusticana, Andrea Chénier, Don Carlo, L’Elisir d’Amore,
Ernani, La Fille du Régiment, Norma, I Puritani, La Sonnambula, Lucia di Lammermoor,
Maria Stuarda, Mefistofele, La Favorita, L’Amico Fritz, Manon Lescaut, Pagliacci, Idomeneo, I
Lombardi, Macbeth, Luisa Miller, Otello, Rigoletto, Tosca, La Traviata, Il Trovatore und
Guillaume Tell. Pavarotti hat das Requiem von Verdi und das Stabat Mater von Rossini
aufgenommen; seine Diskographie weist viele Solo-CDs mit Recitals, Arien, neapolitanischen
und italienischen Liedern sowie dem immer beliebten Weihnachts-Dauerbrenner O Holy
Night auf, die ebenfalls alle Bestseller wurden. Essential Pavarotti wurde das erste Klassik-
Album, das jemals an die Nummer 1 in den UK Pop Charts gelangte und sich dort
beispiellose fünf Wochen lang hielt. Seit dem World Cup 1990 ist “Nessun Dorma”
unauflösbar sowohl mit Pavarotti als auch mit Fußball verbunden.

Luciano Pavarotti kümmerte sich um die Entwicklung junger Sänger und gründete einen
internationalen Gesangswettbewerb in Philadelphia, der die Karrieren vieler Sänger förderte.
Anläßlich des 25-jährigen Jubiläums seiner Karriere lud Pavarotti die Wettbewerbssieger zu
Galaaufführungen von La Bohème nach Italien ein; darauf folgte schließlich ein historischer
Aufenthalt in China, wo die Oper mit jungen Sängern in Peking aufgeführt wurde. Zum
Abschluß seines Aufenthaltes gab Pavarotti das erste Konzert überhaupt in der Großen Halle
des Volkes. Mit seinem engen Freund und Kollegen, dem Dirigenten und Pianisten Leone
Magiera, baute der Tenor ein wichtiges Lehrinstitut für junge Gesangsstudenten in Modena
auf.

Der Tenor war weithin als Reitsportexperte anerkannt und organisierte eines der wichtigsten
internationalen Springreitturniere, das Pavarotti International. Gleichzeitig mit diesem
Ereignis veranstaltete Pavarotti in seiner Heimatstadt sein weltberühmtes, jährliches
Wohltätigkeitskonzert Pavarotti & Friends. Der große Tenor brachte Künstler aus
unterschiedlichen Musikbereichen zusammen, darunter bekannte Stars aus Rock, Pop und
Jazz wie Bryan Adams, Anastasia, Jon Bon Jovi, Boyzone, James Brown, George Benson,
Bono and the Edge of U2, Mariah Carey, Tracey Chapman, The Chieftains, Eric Clapton, Joe
Cocker, Natalie Cole, The Corrs, Sheryl Crow, Lucio Dalla, Celine Dion, Brian Eno, Gloria
Estefan, the Eurythmics, Bob Geldof, Enrique Iglesias, Elton John, Grace Jones, Tom Jones,
BB King, Ricky Martin, John McLaughlin, Meat Loaf, George Michael, Liza Minnelli, Eros
Ramazzotti, Lionel Richie, Spice Girls, Sting, Barry White, Stevie Wonder und Zucchero.
Diese Benefizkonzerte erbrachten Millionen von Dollars für wichtige Gesundheits-, Berufsund
Schulinitiativen in Bosnien, Kambodscha, Kosovo, Guatemala, Liberia, Tibet sowie für
afghanische Flüchtlingslager in Pakistan. Das Konzert von 2003 spielte zwei Millionen Dollar
für Flüchtlinge aus dem Irak ein.

Luciano Pavarotti erhielt viele internationale Auszeichnungen, darunter mehrere
Verdienstorden der Italienischen Republik, zahllose Emmy, Gramophone und Grammy
Awards (u.a. 1998 den Grammy “Legend Award”) und wurde als Offizier der Ehrenlegion
sowie als MusiCares Person of the Year ausgezeichnet; dazu kamen die Ehrendoktorwürde
des Philadelphia College of Performing Arts und der Universitäten von Pittsburgh, Oklahoma
City, Parma, Urbino und San Martin Lima, Peru, der Prix Ville de Paris (der ihm von Jacques
Chirac verliehen wurde), der People’s Choice Award sowie die Auszeichnung als
Kammersänger durch den österreichischen Kulturminister. 1998 rief Rudy Giuliani, der
Bürgermeister von New York, anläßlich des 30-jährigen Jubiläums des Tenors am
Metropolitan Opera House den Luciano Pavarotti Day aus. Pavarotti wurde vom damaligen
Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan zum UN-Friedensbotschafter ernannt
und erhielt 2001 vom UNHCR (Hochkommissariat für Flüchtlinge) den begehrten Nansen
Award in Anerkennung seiner Spendenaktion für das UN-Flüchtlingshilfswerk (die höher
ausfiel als die jeder anderen Privatperson). Im November 2001 überreichte der frühere
sowjetische Präsident Gorbatschow Luciano Pavarotti den World Social Award in Wien; dazu
kam später im selben Jahr ein Kennedy Center Honors Award. 2004 erhielt er die
Eisenhower Medal und die höchste Auszeichnung der italienischen Gemeinde in den USA: die
Einführung in die Italian Hall of Fame durch die NIAF (National Italian American
Foundation). Am 4. September 2007 zeichnete der italienische Kulturminister Pavarotti mit
dem “Premio Eccellenza per la cultura” für seinen enormen Beitrag zur Verbreitung der
italienischen Kultur und Kunst in aller Welt aus.

Im März 2004 trat Luciano Pavarotti zum letzten Mal in einer Operninszenierung an der New
Yorker Metropolitan Opera House auf; zu seinem letzten Auftritt vor einem riesigen Publikum
kam es anläßlich der Eröffnungsfeier der olympischen Winterspiele 2006 in Turin.

Maestro Luciano Pavarotti starb am 6. September 2007 in seinem Haus in Modena.


Stand: 09/2013
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