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Krippenspiel mit Berlioz: Charles Dutoit

14.02.2001
"Mein Leben ist ein Roman, der mich sehr interessiert", schrieb Hector Berlioz in seinen “Mémoires”. Als der Franzose 1826 mit seinem ersten großen Werk, der Oper “Les francs-juges”, an die Öffentlichkeit trat, lebten Beethoven und Schubert noch, aber ihr klassischer Geist war nichts mehr, was einen Berlioz interessierte.
Was vermochte deren objektives Maß gegen die subjektive Unmäßigkeit eines Berlioz? Als aber 1853 in Leipzig einer der drei Teile von “L’enfance du Christ” uraufgeführt wurde, der Komponist stand selbst am Pult, war nichts zu hören von Donnerschlägen und Massenchören, die man seit der “Symphonie fantastique” von Berlioz gewohnt war. Stattdessen ist das Oratorium getragen von kantablen Themen, lyrisch-pastoralen Szenen und breitangelegten Chören von großer Innigkeit. Berlioz-Kenner Charles Dutoit legt jetzt mit dem Orchestre Symphonique de Montréal und einem ausgesuchten Solistenensemble — u.a. mit Susan Graham und François Le Roux — seit vielen Jahren wieder eine Neueinspielung des Werkes vor. Kein Berlioz-Roman, sondern die Kindheitsgeschichte Christi nach dem Matthäus-Evangelium in Wort und Musik des großen Hector.