Bach, J.S.: St. Matthew Passion - Thomanerchor Lei 4782194

. . . eminently worth hearing . . .

Ist man . . . einmal eingetaucht in diesen monströsen Choral, der Himmel und Hölle zusammenzuzwingen scheint, dann versteht man den Dirigenten Chailly und dessen Auffassung, die Verzweiflung, die in dieser Leidensgeschichte schon im Beginn angelegt ist, durch ein kaum gebremstes Getriebensein musikalisch nachzuempfinden. Chailly ging es immer mehr um solch konzeptuelle Ideen als darum, wie man den Orchesterklang möglichst historisch nachbilden könnte. Chailly will den historischen Eindruck nachbilden, und das ist mit schierer Philologie nicht zu erreichen. Dazu muss man sich als Musiker frei machen und der Originalklang-Konkurrenz die Stirn bieten. Chailly hat dies gewagt und einen erzmusikalischen, unzeitgemäßen und doch aktuellen Akzent in der Leipziger Bach-Pflege gesetzt.

Energie und Eros zeichnen diese vorzügliche Neueinspielung mit dem makellosen Thomaner- sowie dem Tölzer Knabenchor aus. Aus den . . . Solisten sticht Hanno Müller- Brachmanns inniger, dabei gänzlich natürlicher Jesu hervor, auch der Evangelist Johannes Chum setzt durchdringend helle Akzente. Hier ist alles Licht, ein denkwürdiger Tod in der Mittagssonne, anrührend und tröstlich zugleich.

Cette lecture, confiée à des solistes aux voix plutôt légères et au Tomanenchor, le choeur de garçons dont Bach eut la charge, dénote l'extraordinaire acuité stylistique du chef, son intelligence musicale et sa capacité à intégrer les règles de jeu baroque sans en faire un "similibaroque" . . .