Humperdinck: Königskinder - Kaufmann, Rey 0743457

. . . [Jonas Kaufmann] is the fairytale prince of most opera-goers' dreams, young, reckless, beautiful, with charisma to spare and a voice that combines lyricism and heroic heights with little sign of strain . . . [Isabel Rey] is utterly convincing as the innocent child who grows through suffering into a passionate and anguished woman. The smaller roles are well cast, from Oliver Widmer's warm-toned minstrel to Liliana Nikiteanu's darkly scheming witch . . . Ingo Metzmacher puts his case for the open chief conductor position, with a strong sense of structure and clear textures.

. . . [Metzmacher verfolgt] einen klar erkennbaren, persönlichen und mutigen Interpretationsansatz -- den das Orchester der Oper Zürich hinreißend umsetzt: in einer klanglichen Schönheit, wie sie in diesem schwierigen Raum nur selten gelingt, in einer Geschmeidigkeit der Diktion, die entspannt atmende Übergänge ermöglicht, in einer Farbenpracht, die in die Tiefe hören lässt, und, zuvörderst, in einer Wärme, die echt ans Herz geht. Metzmacher spitzt die Tonfälle zu, das ist seine Art; er fördert damit Hörlust wie Erkenntnisgewinn . . . Jonas Kaufmann als stimmprächtiger Königssohn . . .

In Zürich stürzte sich Ingo Metzmacher . . . mit Leidenschaft auf diese Partitur, deren Mischung aus Volksliedern, Sprechgesang, großen symphonischen Bögen und Leitmotiven im Sinne Wagners er meisterhaft zu einem organischen Ganzen zu verbinden verstand . . . Star der Aufführung ist Jonas Kaufmann mit seinem dunkel gefärbten Tenor, der sich in der schwierigen Partie überzeugend vom arroganten Prinzen zum verantwortungsvollen Mann verwandelt. Isabel Rey als Gänsemagd gestaltet ihre Rolle intensiv und zerbrechlich . . . Ausgezeichnet und komisch Liliana Nikiteanu als Hexe, sehr musikalisch und souverän Oliver Widmer als Spielmann.

. . . [eine] psychologisch natürliche Personenführung . . . die die Kamera geschmackvoll und treffsicher einfängt und die von dem Moment an greift, wenn der Königssohn seine märchenhafte Vergangenheit hinter sich lässt . . . Jonas Kaufmann scheint da einem Bilderbuch entstiegen, ist darstellerisch selbstbewusster Prinz und trotziges Spielkind, wütender Revoluzzer und sanft Verliebter und bewegt sich gesanglich traumwandlerisch sicher zwischen blühenden Lyrismen, frecher Heldenattacke und ersterbendem Liebestod. Und so harmoniert es einfach sympathisch zwischen Königssohn und der Gänsemagd von Isabel Rey, die ein bezauberndes Pendant bietet. Aus der Naivität ihres Parts entwickelt sie die Weisheit des ultimativ liebenden Menschen, erfüllt die Kantilenen mit inniger Wärme, hat Frische fürs Spielerische und feine Piani für die Beseeltheit des Gebets zur Verfügung und berührt in der Tragik ihres Schicksals . . . Die rothaarige Hexe der satt intonierenden Liliana Nikiteanu ist eine bissig-taffe Gegenspielerin. Typisch für Zürich: die durchweg exquisite Besetzung sämtlicher Nebenrollen. Ingo Metzmacher präsentiert eindrucksvoll sensibel die Schönheit, Fantasie und Klugheit der Partitur. Die Märchenbilder des 1. Aktes duften zartbunt . . . und das glücklose Ende schwingt in surreal impressionistischen Klangwelten. Insgesamt also eine auch auf DVD erlebenswerte Produktion, eigenwillig selbstbewusst konzipiert mit einem persönlichkeitsstarken Sängerensemble.