Puccini: Tosca - Magee, Kaufmann 0743420

[It's the presence of Jonas Kaufmann] in Robert Carsen's fascinating modern update of Puccini's potboiler, "Tosca" that will draw opera lovers to this live-from-Zürich Decca DVD. Not only is Kaufmann the most vocally fascinating and intelligent tenor of the decade, but he's also the most attractive and physically free. He's certainly among the most versatile . . . Kaufmann's sense of Italianate style is unquestionable, and the intelligence with which he deploys his instrument unassailable . . . ["E lucevan le stelle"]: To unusually slow, sensitive, and focused support from conductor Paolo Carignani and Zurich Opera Orchestra, Kaufmann perfectly sustains his thread of sound for almost half the aria. I know of no other performance quite like this . . . [Emily Magee] sings extremely well, with full awareness of idiomatic style . . . The gruffer sound of Hampson's once velvet baritone works well for Scarpia . . .

Allmählich wird es fast unheimlich, mit welcher Souveränität und Überzeugungskraft Jonas Kaufmann seit geraumer Zeit unter Stress singen kann. So auch als Cavaradossi in einem "Tosca"-Mitschnitt aus dem Opernhaus Zürich. Sein baritonaler Tenor klingt nicht nur groß und individuell, er besticht mit einer ganzen Bandbreite an Klängen und emotionalen Ausdrücken. Bereits in der ersten Arie ("Recondita armonia") teilt Jonas Kaufmann gerade im substanzreichen Piano viel mit, ohne dabei die feurigen Momente zu vernachlässigen. Im Gegenteil: Gerade exponierte Stellen wie im weiteren Verlauf "La vita mi costasse" oder "Vittoria!" scheint er nicht nur mühelos mit voller Kraft zu intonieren, sondern überzeugt auch "gesangsathletisch". Schließlich besitzt er in "E lucevan le stelle" die berühmte Träne in der Stimme, mit der er aus dieser Arie einen traurigen Höhepunkt gestaltet.

. . . eine grandiose Spielfläche für Jonas Kaufmanns wirklich packenden Cavaradossi . . . saftig dirigiert von Paolo Carignani und von Felix Breisach mit lebendiger Kamera eingefangen. Da drückt man gerne auf Repeat.

Die Aufzeichnung von Puccinis "Tosca" in der Zürcher Produktion von 2009 . . . erlaubt mit ihren distanzierten, das Geschehen präzis fokussierenden Einstellungen einen aufschlussreichen Blick auf die Inszenierung von Robert Carsen . . . [die raffinierte Beleuchtung von Davy Cunningham setzt] bei den entscheidenden Szenen Akzente, die auch auf dem Bildschirm von starker Wirkung sind. So etwa beim berühmten "Vissi d'arte" der Tosca . . . genial gespielt und glänzend eingefangen . . . Jonas Kaufmann gibt einen leidenschaftlichen Cavaradossi mit intimem Sotto voce. Mit Emily Magee, einer Tosca von großem tragischem Format, ergänzt er sich ausgezeichnet.

. . . [Emily Magee ist] eine überragende Floria Tosca, Jonas Kaufmann ein atemberaubender Mario Cavaradossi und Thomas Hampson ein gewandter Baron Scarpia . . .

. . . les hommes Kaufmann et Hampson embrasent littéralement le plateau . . . . ce n'est ni la direction certes fluide . . . ni le chant honnête de la soprano Emily Magee qui frappent directement l'esprit. Les hommes en revanche sont à leur sommet vocal et scénique. Jonas Kaufmann souffle le feu et la braise dans un rôle expressif qu'il sert avec la passion et le mesure nuancée qui le caractérise. Qu'il ait le physique du beau Mario artiste et bonapartiste ajoute évidemment à l'aplomb indiscutable de sa performance.