PAGANINI 24 Caprices Julia Fischer

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NICOLÒ PAGANINI

24 Capricci · Capricen
Caprices op. 1
Julia Fischer
Int. Release 02 Aug. 2010
1 CD / Download
CD DDD 0289 478 2274 5 DH
Julia Fischer Plays Paganini’s Mad, Romantic Music


Fischer is one such artist, appreciating as she does the diversity of mood that Paganini encapsulated in each of the caprices, using particular devices of articulation as a spur to his fantasy and invention. Thus Fischer phrases the bold octaves of No 3 both with precision and with a judicious range of dynamics, contrasting the slow outer sections of the piece with fleetness in the toccata-like central panel. The dramatic flourishes in the violin¿s nether reaches at the beginning and end of No 5 are likewise delivered with passion, Fischer¿s deftness of touch adding a spring to the spiccato-playing in the middle. The musette of No 20, starting quietly and becoming ever more intense, is beautifully handled . . . [Fischer] brings to this tricky music a wealth of bravura and imagination.

German superstar Julia Fischer gives a giddily virtuosic account of the 24 caprices for solo violin, making a strong case for them as proper music rather than mere ear-popping, fiendishly difficult fiddler's sparklers . . . [she plays] with lyricism, digital brilliance and incredible finesse.

Fischer is heartfelt as well as fizzing . . . Julia Fischer certainly has the technical equipment for this challenging music . . . Her technique, however, is not of the showy kind; the particular strength of these performances is the way each piece emerges as an example of romantic tone-painting rather than just a virtuoso showpiece . . . Fischer demonstrates the extent of his creative talent and how, with his violin, he opened up a new world of expression.

[Fischer] treats them like actual music, savoring their intrinsic lyricism, emotionality, and friskiness while downplaying their challenges to the point of making them sound effortless. A virtuoso, indeed. The difference is deeply refreshing, ensuring Fischer's readings a place in the canon of Paganini records.

Julia Fischer plays these notorious finger-breakers as though they were amongst the most treasured pieces in the repertoire . . . Fischer dispatches even the most fiendishly demanding bowings exactly as Paganini intended . . . Under even the most fearsome technical pressure Fischer's intonation remains remarkably pure, and she dons the various rhetorical disguises Paganini assumes ¿ invincible swashbuckler one minute, full of angst and introspection the next ¿ with engaging aplomb . . . Fischer's ability to impart a convincing emotional narrative to each piece is hard to overlook ¿ it makes for compelling listening.

. . . she demonstrates striking technical mastery throughout . . . She scores over many of her competitors by making music of each caprice, adding imaginative expression and character, shaping structures, varying tone colours, and conveying harmonic movement. Her tone is rich and her attack full-bodied . . .

Mit feinem Klang und sensibel gestalteter Agogik spielt sie die Capricen und zeichnet Phrasen und Entwicklungen mit einer Ernsthaftigkeit, die keinen Unterschied zwischen Bach oder Paganini machen möchte. Die Virtuosität der Stücke erledigt sie dabei gleichsam "nebenbei", packend, aber nie halsbrecherisch, selten auftrumpfend, das Platt-Sportliche immer mit sauberer Gestaltung kultivierend. Kontrolliert im Artistischen, ernsthaft bei der Freilegung des musikalischen Gehalts . . . Fischer macht einen ganzen Paganini-Kosmos hörbar . . . Die Capricen als grelle Virtuosenstückchen? Spätestens seit Julia Fischer nicht mehr.

Dass Julia Fischer charaktervolle Kunstwerkchen aus ihnen [Caprices] zu machen versteht, beweist den Ausnahmerang der jungen Dame aufs Neue: Hier spielt Deutschlands Geigerin Nummer eins.

Interessant wird die CD vor allem dadurch, das Fischer nicht bei der Virtuosität stehen bleibt. Ihr Spiel zeigt, dass sie entdeckt hat, wie unglaublich fantasievoll diese Stücke sind, wie reich an Assoziationen sie schon vor 200 Jahren für das Publikum gewesen sein müssen . . . Sie sei an die Musik herangegangen wie an ein Mozart-Konzert, sagt Fischer. Und das klingt bei ihrer Art der Phrasierung glaubhaft, wenn sie beispielsweise noch in den halsbrecherischsten Doppelgriffpassagen die musikalische Linie erkennen lässt. Ein echter Hinhörer ist die Caprice Nr. 6, die Triller-Caprice . . . Fischer wird mit ihrer Aufnahme dem Charme der Capricen von Paganini wirklich gerecht.

. . . für sie [stand] nicht das Circensische im Vordergrund, sondern -- jenseits der Bewältigung der enormen spieltechnischen Probleme -- in erster Linie ihr musikalischer Gehalt . . . Das ist Akrobatik pur, die bei Julia Fischer der Vollendung nahekommt. Sie versteht es nämlich zu gestalten und in das von ihr entfachte akustische Feuerwerk zusätzlich geschickte Phrasierungskunst und Belcanto-Elemente einzubauen. Das verleiht dieser Einspielung die individuelle Note einer souveränen Geigerin . . . Und uns bringt auch die Caprice Nr. 6 . . . in dieser makellosen Ausführung zum Staunen.

Eine erstaunliche, ja ich wage zu behaupten: begeisternde Leistung! Weil sich die Geigerin eben nicht damit begnügt, die gehäuften technischen Kniffligkeiten dieser Capricen zu meistern (was sie im übrigen mühelos tut), sondern weil sie darüber hinaus die unbestreitbar vorhandene musikalische Substanz zu fassen und darzustellen sucht. Paganinis Opus ist, das macht sie klar, teuflischer Bluff und eigenwillige Aussage zugleich. Man mag, gerade in einer derartigen Deutung, von einem freudigen Experimentieren sprechen, das in zwei Dutzend pittoreske Gefäße gesteckt wird. Julia Fischer, so sehr sie den Zyklus als geschlossenes Ganzes sieht, setzt dennoch nicht auf Einheitlichkeit. Sie spreizt die -- stilistische wie emotionale -- Skala im Großen wie im Detail . . . Mühelos wechselt die Violinistin vom satten zum spitzen Ton, scheut auch, wenn sie gerechtfertigt scheinen, gewisse Schärfen und heftige Akzente keineswegs -- Ziel ist der konsequente Ausdruck.

Der Glitzer der Zirkusnummer, das oberflächenpoliert Plakative dieser vermeintlichen Übungsstücke rückt völlig in den Hintergrund. Denn Julia Fischer spielt diesen Kanon mit dem Ernst, den Geiger gemeinhin einer Bach-Partita zugestehen. Jede einzelne dieser Miniaturen nimmt die 27-Jährige als eigenständigen Gedanken mit eigener Farbe, eigenem Klangspektrum, eigener Befindlichkeit.

Ein ganze CD voller Bravourstücke: Das kann gefährlich an die Nerven gehen. Doch auch diese Hürde meistert Fischer souverän, nicht allein durch makellose Technik. Es gelingt ihr, den besonderen Charakter der einzelnen Kleinwerke herauszuarbeiten . . . Respektvoll klar und nie überzogen effekthascherisch tönt sie die Capricen als Charakterstücke ab -- und schlägt auf diese Weise buchstäblich den Bogen zu vergleichbaren Klavierstücken Frédéric Chopins.

Ziemlich umwerfend . . . ein höchst virtuoses Soloalbum . . .

Der Glitzer der Zirkusnummer, das oberflächenpoliert Plakative dieser vermeintlichen Übungsstücke rückt völlig in den Hintergrund. Denn die Fischer spielt diesen Kanon mit dem Ernst, den Geiger gemeinhin einer Bach-Partita oder -Sonate zugestehen. Jede einzelne dieser Miniaturen nimmt die 27-Jährige als eigenständigen Gedanken mit eigener Farbe, eigenem Klangspektrum, eigener Befindlichkeit. Das hat Witz, zuweilen Irrwitz, und man gerät unweigerlich in einen Sog. Denn Julia Fischer fädelt die so verschiedenen Capricen zu einem aufregenden Ganzen, in dem kein einziges Teilchen fehlen darf. Sagenhaft!

Vierundzwanzig "Launen" hat sich die Geigerin Julia Fischer hingegeben -- und wie! . . . [Fischer] bezaubert mit einer wunderbar musikalischen, vom ersten bis zum letzten Ton fesselnden Interpretation voller miniatursinfonischer Effekte.

. . . diese CD ist ein Geigen-Ereignis, das nicht den Hexenmeister, sondern den Musikrevolutionär Paganini präsentiert, der seiner Zeit weit voraus war. Bravissimo!

Die Virtuosität der Stücke erledigt sie dabei gleichsam "nebenher", packend, aber nie halsbrecherisch, selten auftrumpfend . . . Kontrolliert im Artistischen, ernsthaft bei der Freilegung des musikalischen Gehalts . . . Fischer macht einen ganzen Paganini-Kosmos hörbar . . . neben energischem Zugriff [ist] eine fast zärtlich wirkende Zuwendung zu den Miniaturen des "Teufelsgeigers" zu spüren.

Wer die 24 brillanten Stücklein auf dieser CD in einem Zuge hört, erfährt viel mehr, als dass Fischer eine virtuose Geigerin ist: Er hört zwei Dutzend höchst abwechslungsreiche Stimmungsbilder, seelenvoll und mit Esprit.

Offen, mit leichtem Ton, fast frohgemut spielt sie die Arpeggien . . . Sie stellt die Stücke als die funkelnden Gebilde hin, die sie auch sein können, sie hält (wie allerdings jeder ernst zu nehmende Streicher) das Vibrato nicht für einen Dauerzustand, sondern für ein Gestaltungsmittel, und will Tonschönheit auch da, wo der Komponist es fast verhindert -- etwa in den Linien, die sie, Bach im Sinn, im zweiten Stück zweistimmig herausarbeitet.

Julia Fischer spielt Nicolo Paganinis fingerbrecherisch virtuosen Capricen sehr differenzierend, spürt den Stimmungen der einzelnen Stücke nach und bleibt nicht in erster Linie der Technizität verhaftet. Das erlaubt es der Geigerin, persönlich zu werden, die Stücke darstellerisch voll auszureizen und ihnen ein Maximum an Expressivität abzuverlangen . . . Darüber hinaus ist natürlich auch Fischers Technik phänomenal und in ihrem Raffinement per se ein Vergnügen. Jeder wird also in dieser Aufnahme für sich so manches finden, was ihn begeistern wird. Und die Tontechniker haben ein wirklich optimales Klangbild geschaffen, weder zu hallig noch zu trocken, mit einer absolut natürlichen Färbung. Brillant!

Ihr Spiel ist lyrisch, fein nuanciert, sensibel, aber auch energisch, kraftvoll und resolut. In ihrem Zugriff steckt die Komplexität von Bach, die Leichtigkeit von Mozart und die elektrisierende Energie von Beethovens Musik, kurz gesagt: eine enorme musikalische Reife, die sie bei ihrer Interpretation der Capricci bewusst ausschöpft, statt auszublenden. Den Werken tut das sehr gut . . . [die Ernsthaftigkeit und der Respekt, mit der Fischer die Werke sieht, sind] eine wahre Erholung . . . Auffällig ist, dass viele der Capricci bei ihr nicht mit dem gewohnten großen 'Knall' beginnen und enden, d.h. sie platzt nicht mit einem möglichst lauten und rohen Ton in die Szene, sondern dosiert dynamisch so, wie es dem Charakter jeder einzelnen Miniatur angemessen ist . . . [sie arbeitet die schwärmerische Fülle einer Melodie heraus], die in vielen anderen Interpretationen unnötig schwülstig daherkommt. So deckt sie an vielen Stellen völlig neue Ansichten der kleinen Werke auf. Gleichzeitig kann sie Capricci wie der Nr.10 den nötigen Biss und eine klangliche Schärfe verleihen; und trotzdem behält sie auch hier ihren Sinn für Ordnung und Präzision. Ein schönes Beispiel für das gelungene Wechselspiel von Elegischem und Brillantem ist ihre Version des vierten Capriccio: fesselnde Intensität im langsamen Thema, das sie in einem einzigen großen Spannungsbogen unterbringt, und eine freche Spritzigkeit bei den beiden kurzen Einwürfen. Beeindruckend und wohltuend ist die Sorgfalt, mit der sie die lyrischen Melodien sucht und sie als solche auch behandelt, selbst wenn sie unter Doppelgriffen und Diminutionen versteckt sind. Fast wie eine Hommage an die Virtuosen des Barock wirkt das zweite Capriccio und Fischer spielt es mit kühler Eleganz und Präzision, wie man sie von Bach-Partiten kennt. Besonders schwer ist es, die viel gespielten Capricci Nr. 9 und 24 originell zu interpretieren. Fischer setzt hier nicht auf großes Theater. Sie nimmt dem neunten Capriccio durch ein zurückgenommenes Tempo etwas die militärische Zackigkeit und gibt ihm dafür mehr Schwung und Leichtigkeit.

Ihre stupende Technik, ihre Souveränität im Fulminanten wie im Luziden ist selbstverständlich kaum zu toppen. Und auch Paganinis unerreichte Kunst, auf knappstem Raum die transzendentale Virtuosität aus dem Fluss der Musik zu entwickeln, macht Fischer schon aufreizend lässig begreiflich. In den gefährlichen Drahtseilhöhen scheint sie sich so einfach tiefenentspannt wohl zu fühlen . . . ein wohltuender Gegenentwurf zu all den Blendwerk-Artisten.